Neuss/Köln, 22. Juni 2009: Neuss hat es geschafft: Als erste Kommune in Nordrhein-Westfalen hat sie alle Kriterien der internationalen Kampagne Fairtrade-Towns erfüllt. Dieter Overath, Geschäftsführer von TransFair e.V, überreichte Bürgermeister Herbert Napp die Urkunde. „Neuss setzt im öffentlichen Beschaffungswesen und im zivilgesellschaftlichen Engagement für den Fairen Handel neue Maßstäbe für ethischen Konsum“, begründete Overath die Auszeichnung. Bürgermeister Napp dankte allen Aktiven in Neuss, die dies möglich gemacht hatten, allen voran der NEWI, Neusser Eine-Welt-Initiative: “Der Faire Handel mit seinen vielen Handlungsbausteinen sowie das Bestreben, sich für soziale Gerechtigkeit im Welthandel und kulturellen Austausch einzusetzen, sind bei uns in Neuss hervorragend aufgestellt.“

In Neuss hat das Engagement für den Fairen Handel eine lange Tradition. Bereits seit 1991 verwendet die Stadt Neuss für ihren Eigenbedarf nur fair gehandelte Produkte wie Kaffee und Tee. Als erste Stadt im Bundesgebiet hat die Neuss 2006 die Berücksichtigung der acht ILO-Kernarbeitsnormen in ihrem Vergabewesen verankert, darunter den Ausschluss ausbeuterischer Kinderarbeit. „Im fairen öffentlichen Beschaffungswesen hat Neuss damit bundesweit Vorbildcharakter“, hob TransFair-Geschäftsführer Dieter Overath hervor.

Fairen Handel sichtbar machen
Ob im Rathaus, in der Kantine, im Weltladen, im Café, im Sportverein oder im Lebensmitteleinzelhandel – der Faire Handel bietet vielerorts Anknüpfungspunkte. Die feierliche Zeremonie im Zeughaus wurde von Kai Böcking moderiert, der selbst Neusser ist. Die 150 Gäste konnten sich an den Ständen von GEPA, EL Puente, J.J. Darboven, Bäckerei Puppe, Klima-Konfirmanden-Gruppe und Eisdiele „La Palma“ von der Qualität und dem guten Geschmack der Fairtrade-Produkte überzeugen. Zudem steuerten ehrenamtliche Helfer der NEWI drei neue Gerichte aus regionalen und fair gehandelten Zutaten bei, die mehr als nur Anregung für das neue Fairtrade-Kochbuch sind.

Die Kampagne Fairtrade-Towns wird von TransFair getragen und bringt unterschiedliche Akteure aus Handel, Politik und Zivilgesellschaft zusammen. Bundesministerin Heidemarie Wieczorek-Zeul, der Präsident des Deutschen Städtetages Christian Ude und weitere prominente Paten unterstützen die Aktion. Als erste Stadt in Deutschland hat die Landeshauptstadt Saarbücken alle Kriterien der weltweiten Kampagne Fairtrade-Towns erfüllt und reihte sich damit in die über 600 Fairtrade-Towns in 18 Ländern ein. Seit Januar 2009 können sich deutsche Städte, Kreise und Gemeinden um den Titel bewerben. Eine nächste Bewerbung aus Nordrhein-Westfalen liegt bereits vor: Am 17. Juni bewarb sich die Stadt Dortmund um den Titel. In NRW wird in Bad Honnef, Bonn, Castrop-Rauxel, Dinslaken, Dortmund, Köln, Nordwalde, Sendenhorst, Siegen und Wesel an den Kriterien gearbeitet.

Bildergallerie: Neuss wird Fairtrade-Town

Als erste Stadt in Nordrhein-Westfalen bekam Neuss am 22. Juni 2009 den Titel "Fairtrade-Town" verliehen.

Wegweiser zur Veranstaltung

Der Fernsehmoderator und gebürtige "Neusser" Kai Böcking führte durch die feierliche Veranstaltung im Zeughaus der Stadt Neuss.

Kai Böcking übernahm die Moderation

Die Regionalkoordinatorin für entwicklungspolitische Bildungsarbeit Neuss/Niederrhein und Mitglied der Steuerungsgruppe, Frau Gisela Welbers, hob in ihrer Rede vor allem die gute Zusammenarbeit mit der Stadt und den Neusser Gastronomen hervor.

Gisela Welbers - Mitglied der Steuerungsgruppe

Frau Gisela Welbers ist die Vorsitzende der Steuerungsgruppe und Leiterin des Umweltamtes der Stadt Neuss.

Dagmar Vogt-Sädler - Leiterin des Umweltamtes

Herbert Napp, Bürgermeister der Stadt Neuss, erinnerte an die lange Tradition, die der Faire Handel in Neuss seit Jahrzehnten genießt.

Fairer Handel hat Tradition in Neuss

Dieter Overath, Geschäftsführer von TransFair e.V., überreicht die Auszeichnung zur Fairtrade-Stadt an Herbert Napp, Bürgermeister der Stadt Neuss.

Verleihung der Urkunde

Gruppenfoto der Neusser Steuerungsgruppe und allen Gästen der Veranstaltung

Gemeinsam für den Fairen Handel

Im Anschluß an die Urkunden-Verleihung hatten die Besucher der Veranstaltung die Möglichkeit regionale und fair gehandelte Köstlichkeiten zu probieren.

Zeit zum Austausch - und zur Stärkung

Gastronomen und engagierte Neusser steuerten kulinarische Leckereien aus dem Fairem Handel bei.

Fairtrade zum Genießen

Hintergrund

Als unabhängige Siegel-Initiative handelt TransFair e. V. nicht selbst mit Waren, sondern vergibt sein Fairtrade-Siegel für fair gehandelte Produkte. TransFair wird von 36 Mitgliedsorganisationen unterstützt. Derzeit bieten in Deutschland 150 Lizenznehmer rund 1.000 Fairtrade-gesiegelte Produkte wie Kaffee, Tee, Schokolade, Kekse, Kakao, Honig, Bananen, Fruchtsäfte, Eistees, Wein, Sportbälle, Reis, Rosen und Textilien aus Fairtrade-Baumwolle an. Sie sind in 36.000 Supermärkten, Naturkostgeschäften, allen Weltläden und in 10.000 gastronomischen Einrichtungen erhältlich.

Alle weiteren Informationen unter www.fairtrade-towns.de.