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Frühstück mit Fairtrade-Produkten

 

Kriterium 1: Ratsbeschluss

Die Kommune verabschiedet einen Ratsbeschluss zur Unterstützung des fairen Handels. Bei allen öffentlichen Sitzungen wird fair gehandelter Kaffee und ein weiteres Produkt ausgeschenkt.


Wie sollte der Ratsbeschluss aussehen?

Der Ratsbeschluss sollte mindestens folgende Formulierung enthalten: 

  • Die Kommune XY beschließt an der Fairtrade-Towns Kampagne teilzunehmen und den Titel  „Fairtrade-Town“ anzustreben. Hierzu sollen die fünf Kriterien der Fairtrade-Towns Kampagne erfüllt werden.
  • Bei allen Sitzungen des Rates und der Ausschüsse, sowie im Bürgermeister- bzw. Landratsbüro wird fair gehandelter Kaffee und ein weiteres Produkt aus fairem Handel verwendet.

Wie weisen Sie Kriterium 1 nach?

  • In der Bewerbung geben Sie das Datum des verabschiedeten Ratsbeschlusses an.
  • Sie legen den Bewerbungsunterlagen eine Kopie des Beschlusses bei.

So machen es andere:

Beispiele für Beschlussvorlagen bieten die Beschlüsse der


Tipps und FAQs zu Kriterium 1

Wie kann man einen Ratsbeschluss bewirken?

Eine gute Voraussetzung ist die Verknüpfung der Fairtrade-Towns Kampagne mit bereits bestehenden Projekten im Nachhaltigkeitsbereich bzw. themennahen Initiativen zum fairen Handel.

Inhaltlich nah an dem Beschluss zur Fairtrade-Towns Kampagne ist beispielsweise der Ratsbeschluss gegen Produkte aus ausbeuterischer Kinderarbeit bei öffentlichen Ausschreibungen. Auch der faire Handel schließt ausbeuterische Kinderarbeit in seinen Standards aus. In Deutschland gibt es bereits über 250 Kommunen, die einen solchen Ratsbeschluss gefasst haben. Die Landeshauptstadt München war im Jahr 2002 Vorreiterin mit ihrem Beschluss. Auch andere Beschlüsse, wie z.B. zu den ILO-Kernarbeitsnormen oder die Millenniumserklärung aus dem Jahr 2000 können ein guter Ansatz für den Beschluss zur Fairtrade Towns Kampagne sein.

Versuchen Sie die bereits gefasste Beschlüsse Ihrer Kommune als Grundlage zu nutzen und eine Erweiterung der Beschlüsse zu bewirken. Schließen Sie sich hierfür mit zivilgesellschaftlichen Gruppen zusammen und sprechen Sie mit öffentlichen Beschaffern Ihrer Kommune oder der/dem Nachhaltigkeitsbeauftragten. Ein Runder Tisch mit der/dem (Ober)- Bürgermeister/in, Industrie, Weltladen, Einzelhandelsverband sowie Bürgerinnen und Bürger kann ebenfalls sinnvoll sein.

  • Ein Antrag zum Beschluss kann beispielsweise aus der Zivilgesellschaft an die Stadträtin bzw. den Stadtrat herangetragen werden, mit der Bitte um Einladung zur Kommunalsitzung.
  • Auch ist es möglich, eine Partei um Antragstellung zu bitten. Eine Vorlage für einen Fraktionsantrag können Sie hier herunterladen.
  • Ebenso kann eine/ein engagierte/r Abgeordnete die Antragstellung erwirken.

Wie geht man vor, wenn es bei Sitzungen des Rates und der Ausschüsse keinen Ausschank von Heißgetränken bzw. gar keinen Ausschank gibt?

In einem solchen Fall sollte ein Ratsbeschluss dazu gefasst werden, dass die Kommune sich an der Kampagne Fairtrade Towns beteiligt und den Titel Fairtrade-Stadt anstrebt, um die Unterstützung und Befürwortung der Kommune zu verdeutlichen. Aus dem Beschluss sollte hervorgehen, dass grundsätzlich keine Bewirtung erfolgt. Es ist jedoch notwendig, dass die Kommune den unzureichenden Beschluss kompensiert, indem sie zum Beispiel beschließt, bei städtischen Veranstaltungen (wie z.B. dem Neujahrsempfang), in Präsentkörben, beim Blumenschmuck und sonstigen Anlässen und Gelegenheiten auf fair gehandelte Produkte zu verwenden. Einen solchen Wortlaut sollten Sie in Ihrem Ratsbeschluss aufnehmen. „Die Kommune kompensiert den unzureichenden Beschluss mit der Verwendung von fair gehandelten Produkten bei städtischen Veranstaltungen….  .“

Der Beschluss sollte darüber hinaus eine Formulierung enthalten wie: „Sofern eine Bewirtung erfolgt, werden Fairtrade-Produkte entsprechend des Kriteriums Nr. 1 verwendet.“

Gilt im Rahmen der Kampagne nur das Fairtrade-Siegel?

Grundsätzlich gilt, dass die Kampagne Fairtrade-Towns offen ist für andere Akteure des fairen Handels und wir hier gerne eine gute Zusammenarbeit pflegen. Der Begriff „Fair“ ist allerdings nicht geschützt und es müssen daher gewisse Standards erfüllt sein. Anerkannt sind daher alle Mitglieder der World Fair Trade Organization WFTO (z.B. dwp, El puente, Gepa) sowie alle Weltladen-Lieferanten, die der Konvention der Weltläden gerecht werden. Das sind z.B.: adepa, Aprosas, Arte Indio, BanaFair, Contigo, Fairkauf, Globo und Regenwaldladen. Die dort aufgeführten Siegel, Eigenmarken bzw. Lieferanten werden der Definition des fairen Handels (pdf anbei) gerecht.

Es ist uns sehr wichtig, bei der Fairtrade-Towns Kampagne eine hohe Transparenz und Glaubwürdigkeit gewährleisten zu können. Hier legen wir nicht unsere Wertung als Maßstab an, sondern die Motivation der Akteure, sich durch eine dritte, unabhängige Instanz überprüfen zu lassen. Dies ist ausschlaggebend für eine Berücksichtigung im Rahmen der Kampagne.

Um beispielsweise die Glaubwürdigkeit des Fairtrade-Siegels sicherzustellen, arbeitet die zuständige Zertifizierungsgesellschaft FLO-CERT GmbH mit einem unabhängigen, transparenten und weltweit konsistenten System, das den Anforderung der DIN ISO Norm 65 folgt. ISO 65 ist heute die weltweit akzeptierte Akkreditierungsnorm für Zertifizierungsorganisation.

Eine Grundsatz-Charta für den fairen Handel (PDF)

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