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Fairtrade-Towns, Fairtrade-Deutschland
25.07.2018

„Gemeinsam FAIRdenken! - Jahrestagung des Netzwerks Faire Metropole Ruhr

Die Teilnehmer der Jahrestagung im Wissenschaftspark Gelsenkirchen © Faire Metropole Ruhr

Die Teilnehmer der Jahrestagung im Wissenschaftspark Gelsenkirchen © Faire Metropole Ruhr

Gemeinsam schafft man mehr! Gerade im entwicklungspolitischen Engagement trifft diese Aussage den Kern, wie zuletzt die Studie „Verändert der faire Handel die Gesellschaft“ herausgestellt hat. Die Kampagne Fairtrade-Towns vernetzt Aktive aus Verwaltung, Politik, Wirtschaft und Zivilgesellschaft auf kommunaler Ebene und fördert den überregionalen Austausch. Die Metropolregion Nürnberg und das Netzwerk Faire Metropole Ruhr sind bereits als Fairtrade-Metropolregionen ausgezeichnet, Rhein.Main.Fair ist auf dem Weg, und betreiben regen Austausch. Am 6. Juli 2018 fand nun die zweite Jahrestagung des Netzwerks Faire Metropole Ruhr im Wissenschaftspark in Gelsenkirchen statt, bei der wichtige Themen der Kampagne wie Vernetzung und faire Beschaffung beleuchtet wurden.

Nach einer Begrüßung durch Karin Welge (Stadtkämmerin der Stadt Gelsenkirchen) und einem Überblick auf die Aktivitäten des Netzwerks durch Vera Dwors und Markus Heißler (Vorstand FMR) führte Fabian Kusch von Bierbaum-Proenen mit einem Impulsvortrag zur fairen und nachhaltigen Produktion von fairer Berufsbekleidung in das Thema des Vormittags: Die Abschaffung des Tariftreue- und Vergabegesetz (TVgG) NRW durch die neue Landesregierung. (s. Pressemitteilung des Bündnisses für öko-soziale Beschaffung in NRW).

Für Unternehmen biete die ernsthafte Beschäftigung mit Nachhaltigkeit immense Vorteile, so Kusch, vorausgesetzt, alle Abteilungen, inklusive der Geschäftsleitung, seien eingebunden und unterstützen die Strategie. Ein veränderter Artikelpreis allein sei dabei keine seriöse Messgröße, denn auch Aspekte wie Lieferanten- und Kundenbindung sowie Prozessoptimierung und -sicherheit profitieren von einer durchdachten Nachhaltigkeitsstrategie. Nicht zuletzt ist gelebte Nachhaltigkeit in Unternehmen bei immer mehr jungen Menschen ausschlaggebend bei der Berufswahl – das sei auch die Beobachtung seiner Kunden und Kundinnen.

Faire Vergabe in den Fokus rücken

Bei der anschließenden Diskussion zum Thema „Vergabegesetz NRW – entfesselt, und jetzt?“ mit Annette Schmidt (Ministerium für Wirtschaft, Innovation, Digitalisierung und Energie des Landes NRW), Michael Marwede (Servicestelle Kommunen in der Einen Welt von Engagement Global) und Karin Welge fordert Kusch eine verlässliche Strategie für alle Marktteilnehmer, realistische Ziele, ein klares Commitment und auch etwas Pragmatismus. „Nachhaltigkeit und fairer Handel sind kein Sprint, sondern ein Marathon“, so Kusch.

Während Annette Schmidt die Eigenständigkeit der Kommunen hervorhebt und diese durch freiwillige Ausgestaltung der Ausschreibungsunterlagen gestützt sieht, zweifelt Michael Marwede daran, dass das Unterzeichnen guter Absichten ausreiche: „Ich glaube nicht an die Freiwilligkeit“. Er befürchte zudem, dass ökologische und soziale Kriterien bei schwachen kommunalen Haushalten unberücksichtigt bleiben oder aber aus Mangel an Bewusstsein oder Fachwissen bei den Beschaffer*innen gar nicht erst thematisiert werden.   Auch wenn Karin Welge nachhaltige und faire Vergabe in Gelsenkirchen zukünftig stärker in den Fokus rücken möchte, bleibt es letztlich von den Verantwortlichen abhängig, wie sie fairen Handel in der Beschaffung behandeln.

Praxisarbeit in Workshops

In der anschließenden Workshop-Phase zu „Großveranstaltungen im Ruhrgebiet“, „Agenda 2030“ und „FaireKITA“ entwickelten die Teilnehmer*innen Ideen, wie der faire Handel in der Region verbreitet und die Faire Metropole Ruhr strategisch ausgerichtet werden kann. Mit seiner kontinuierlichen Arbeit seit 2008 hat das Netzwerk Faire Metropole Ruhr ein Alleinstellungsmerkmal im Ruhrgebiet geschaffen und wurde 2013 als erste Großregion Deutschlands und erster Städteverband weltweit als „Faire Metropolregion“ ausgezeichnet

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