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Fairtrade-Deutschland
14.11.2016

300. Fairtrade-Schools in Deutschland

Neue Zielmarke für Fairtrade-Schools: Am 11. November wurde die Anne-Frank-Schule in Saarlouis zur 300. Fairtrade-Schule ausgezeichnet.

Die Anne-Frank Schule in Saarlouis hat die fünf Kriterien für den Titel „Fairtrade-School“ mit Bestnote erfüllt.

Die Schule von heute ist fair und nachhaltig

Was 2012 in Nordrhein-Westfalen begann, hat einen bundesweiten Domino-Effekt ausgelöst. Die Kampagne Fairtrade-School zeichnet Schulen für ihr Engagement zum fairen Handel aus und unterstützt sie dabei, ihn in allen wesentlichen Schulstrukturen zu verankern.

Die Anne-Frank Schule in Saarlouis hat die fünf Kriterien für den Titel „Fairtrade-School“ mit Bestnote erfüllt. Ein Schulteam mit insgesamt 20 Lehrkräften, Schülern, Eltern sowie der Schulleitung hat die Bewerbung in die Hand genommen und plant die Fair-Handels-Aktivitäten an der Schule. In Abstimmung mit der Schulleitung wurde der so genannte „Fairtrade-Kompass“ erstellt, an dem sich die Schule auf ihrem Weg zur Fairtrade-School orientiert. Im Schulkiosk finden sich fair gehandelte Produkte und zu Weihnachten sollen zum ersten Mal faire Schoko-Nikoläuse verkauft werden. In mehreren Klassenstufen haben Schüler im Unterricht bereits alles über den fairen Bananen-Anbau, den Weg vom Kakao zur Schokolade sowie über die Reise einer Jeans gelernt. Das diesjährige Schulfest stand unter dem Motto „Fair geht vor“ und verwöhnte die Besucher mit fairem Eis und weiteren selbst gemachten Produkten aus fairen Zutaten.

Die Kampagne zeigt, dass der faire Handel auch junge Menschen begeistern kann. Jasmine Conrad und Jasmin Bialas aus dem Schulteam sind sich einig: „Fairtrade ist cool, weil Kinder in ärmeren Ländern die Möglichkeit bekommen, die Schule zu besuchen. Die Kampagne Fairtrade-Schools macht Spaß, weil die gesamte Schule die Thematik behandelt.“

Die Förderschule feierte die Auszeichnung mit einem bunten Programm und geladenen Gästen, unter anderem vom saarländische Ministerium für Bildung und Kultur und dem Landkreis Saarlouis. Schulleiterin Sabine Speicher liegt das Thema fairer Handel am Herzen: „Gerade als Anne-Frank-Schule kann Wegschauen für uns keine Option sein. Wir sehen uns in der Verantwortung das Bewusstsein unserer Schüler/innen zu schärfen bezüglich der unwürdigen Lebens- und Arbeitsbedingungen von Menschen in anderen Ländern. Und ihnen zu verdeutlichen, dass wir deren Leben mit unserem Konsumverhalten mitgestalten.“

Faires Engagement im Saarland

Das Saarland ist beim fairen Handel ganz vorne mit dabei. Saarbrücken wurde im Jahr 2009 zur ersten Fairtrade-Stadt in Deutschland ausgezeichnet und ist zudem „Hauptstadt des Fairen Handels 2015“. Drei weitere Städte und zwei Landkreise wurden bereits für ihr Engagement gewürdigt, darunter auch die Stadt Saarlouis. Auch der gleichnamige Landkreis strebt eine Auszeichnung an. Und seit Mai 2014 trägt die Universität des Saarlandes in Saarbrücken als erste Hochschule bundesweit den Titel „Fairtrade-University“. In Saarlouis wird vorgelebt, wie gewinnbringend eine Vernetzung auf  kommunaler Ebene sein kann. Schule, Stadt und Land unterstützen sich gegenseitig in ihrem Fair-Handels-Engagement. Dies zeigt sich unter anderem an der politischen Präsenz bei der Auszeichnungsfeier.  Der hohe Stellenwert, den der faire Handel im Saarland einnimmt, ist der Fairtrade Initiative Saarbrücken (FIS) zu verdanken. Durch zahlreiche Aktivitäten und Veranstaltungen engagiert sie sich für mehr Gerechtigkeit in der Einen Welt mit Schwerpunkt auf dem fairen Handel. Im Rahmen der Bildungsarbeit können Schulen bundesweit den Titel "Faire Schulklasse - Klasse des Fairen Handels" erlangen.