Nachhaltige Entwicklungsziele - die SDGs

Fairtrade setzt sich für die Umsetzung der Nachhaltigen Entwicklungsziele ein. © Jakub Kaliszewski

Die Agenda 2030 wurde im September 2015 auf dem Nachhaltigkeitsgipfel der Vereinten Nationen in New York verabschiedet und gilt für alle Staaten der Welt. Kernstück der Agenda sind die 17 Ziele für nachhaltige Entwicklung, die Sustainable Developement Goals, kurz SDGs. Diese umfassen soziale, ökologische und ökonomische Dimensionen von Nachhaltigkeit.

Sustainable Development Goals

„Think global, act local“ – dieser Leitspruch gilt nicht zuletzt für die SDGs. Denn das, was in Theorie auf UN-Ebene beschlossen wurde, müssen Städte und Gemeinden konkret vor Ort umsetzen.

Die Kampagne Fairtrade-Towns leistet dazu einen wichtigen Beitrag und gibt dem Engagement der Kommunen einen Rahmen. Ein Arbeitskreis der Bundesregierung hob in einem Bericht das Engagement in Fairtrade-Towns als zielführende Möglichkeit zur lokalen Mitwirkung und Sensibilisierung hervor – neben Beschaffung und internationalen Städtepartnerschaften ein wichtiges Instrument der Kommune zur Umsetzung der Nachhaltigkeitsziele.

Fairer Handel und nachhaltiger Konsum sind wichtige Bestandteile von Nachhaltigkeit und so gibt es gleich acht Ziele, die Fairtrade mit seiner Arbeit konkret angeht.

Die 17 SDGs sind jedoch untrennbar miteinander verbunden und bedingen sich gegenseitig. Für Fairtrade ebenso wie für die Kleinbauernfamilien in Ländern Afrikas, Asiens und Lateinamerikas sind daher alle Nachhaltigkeitsziele relevant.

Fairtrade-Towns und die SDGs

Die Weltbevölkerung konsumiert mehr Ressourcen, als der Planet Erde verträgt. Der Wandel zu einer nachhaltigen Wirtschafts- und Lebensweise ist dringend notwendig. Er kann jedoch nur gelingen, wenn wir unsere Konsumgewohnheiten und Produktionen umstellen. Wir benötigen Strategien und Marktstrukturen, die soziale Integration und wirtschaftliches Wohl begünstigen. Dies sind beispielsweise Berichtspflicht von Unternehmen, neue Beschaffungsvorschriften, Umstellen von Zöllen und Steuern oder Anreize für Verbraucher*innen, ihr Einkaufsverhalten umzustellen.

Inwiefern fördert Fairtrade Nachhaltigkeit für Konsum und Produktion?

Das Fairtrade-Siegel kennzeichnet Produkte, bei deren Herstellung soziale, ökologische und ökonomische Kriterien eingehalten wurden. Fairtrade ist ein ganzheitlicher Ansatz, um die Lebensgrundlagen von Kleinbäuerinnen und -bauern sowie Beschäftigten im globalen Süden nachhaltig zu verbessern. Fairtrade bringt Tausende Gemeinden und mehrere Millionen Verbraucherinnen und Verbraucher zusammen, die sich für einen Einkauf von Fairtrade-Produkten entschieden haben und so die Lebensbedingungen der Produzenten verbessern. Fairtrade baut aber auch Märkte im globalen Süden auf, zum Beispiel in Indien und Südafrika, damit auch dort Konsumenten nachhaltigere Kaufentscheidungen treffen können. Die Fairtrade-Standards stellen sicher, dass landwirtschaftliche Genossenschaften und Plantagen umweltfreundliche Methoden anwenden. Zudem setzt Fairtrade starke Anreize für Bäuerinnen und Bauern, auf Bio-Anbau umzustellen. Fortbildungen verbessern das Know-how über nachhaltige Landwirtschaft.

Wie unterstützt Fairtrade?

  • Verbraucherinnen und Verbraucher dabei, nachhaltige Kaufentscheidungen zu treffen
  • die Entwicklung neuer Märkte für ethischen Konsum in Ländern des Südens, wie Indien, Brasilien oder Kenia
  • bei der Umstellung auf faire Beschaffung unter Einhaltung der Kriterien für nachhaltige Produktion

Wie fordert Fairtrade?

  • Die EU und die Bundesregierung müssen die gezielte Förderung kleinbäuerlicher Produktionsformen und anderer umwelt- und klimafreundlicher Produktionsmodelle in Entwicklungsländern innerhalb einer
    nachhaltigen EU-Agrarpolitik unterstützen.
  • Der „Nationale Aktionsplan Menschenrechte (NAP)“ der Bundesregierung muss eine verbindliche Berichtspflicht zur Nachhaltigkeit in Unternehmen einführen und eine klare Sorgfaltspflicht für Menschenrechte und Umwelt in Lieferketten gesetzlich verankern.
  • Nachhaltige Steuersysteme müssen ermöglicht werden, wie z.B. die Abschaffung der Kaffeesteuer für fair gehandelten Kaffee.
  • Die Preise von Konsumgütern müssen die tatsächlichen ökologischen und sozialen Kosten entlang der Lieferketten enthalten.


Der öffentlichen Beschaffung besitzt bei der Umstellung auf nachhaltige Produktionsweisen eine wichtige Schlüsselfunktion. Denn die vielen kommunalen und andere Verwaltungen sind wichtige Auftraggeber. In die Auftragsvergabe und Ausschreibungen werden immer häufiger Kriterien zum Fairen Handel aufgenommen. Darüber hinaus engagieren sich viele Städte und Gemeinden in weiteren Projekten für den fairen Handel.

Mehr als 600 deutsche Städte sind bereits als Fairtrade-Town ausgezeichnet. Die internationale Kampagne Fairtrade-Towns fördert gezielt den fairen Handel auf kommunaler Ebene und ist das Ergebnis einer erfolgreichen Vernetzung von Personen aus Zivilgesellschaft, Politik und Wirtschaft, die sich für den fairen Handel in ihrer Heimat stark machen.

Auf kommunaler Ebene spielt der faire Handel in allen gesellschaftlichen Bereichen eine wichtige Rolle. Auch weltweit wächst die Gemeinschaft stetig an – über 2.200 Städte und Gemeinden tragen bereits den Titel Fairtrade-Town in 26 Ländern.

Sie sind Beweis für den Willen und die Tatkraft unzähliger engagierter Menschen, die vor Ort dafür sorgen, ihren Wohnort fairer zu gestalten – von kleinen Gemeinden bis hin zu ganzen Metropolregionen.

Unterstützung und Ideen für Ihre Aktion

  • Broschüre "Fairen Handel gestalten: Leitfaden für Kommunen, Landkreise und Regionen"
  • Broschüre „Fair Handeln – Nachhaltig Handeln. Wie Fairtrade die Ziele der Vereinten Nationen für Nachhaltige Entwicklung umsetzt“
  • Factsheet „Fairtrade und die Nachhaltigen Entwicklungsziele
  • Vortrag durch Fairtrade-Referent*innen auf Ihrer Veranstaltung

Michael Müller, Regierender Bürgermeister von Berlin:

Fairer Handel kann in Berlin auf zahlreiche Unterstützerinnen und Unterstützer bauen. Als Fairtrade-Stadt und somit Teil dieser grossen Bewegung übernehmen wir Verantwortung und weiten das Engagement kontinuierlich aus. Deshalb wird das Berliner Vergaberecht stärker auf fairen Handel setzen. Wir wollen sicherstellen, dass Fussbälle ohne Kinderarbeit hergestellt werden und Schokoladenbauern ihren fairen Anteil erhalten.

Best Practice zu SDGs aus den Fairtrade-Towns

Fairtrade-Town Freiburg

Die Fairtrade-Town Freiburg versammelte einige ihrer Partnerstädte aus Frankreich, Nicaragua und Israel im Rahmen der „International Sister Cities Conference“, um sich über lokale Aktivitäten zu den SDGs sowie mögliche gemeinsame Projekte auszutauschen. Zum Abschluss der Konferenz wurde die „Sister Cities Declaration“ unterzeichnet, die unter anderem regelt, dass eine Kommission mit gewählten Vertretungen aller beteiligten Städte eingerichtet wird und die Städte in zwei Jahren für eine Folgekonferenz zusammenkommen.
www.freiburg.de/pb/1312453.html

Fairtrade-Town Köln

In der Fairtrade-Town Köln vernetzt das Bündnis „Kommunale Nachhaltigkeit Köln“ Organisationen, die durch ihre Arbeit zu den SDGs beitragen. Das Bündnis organisiert den jährlichen SDG-Tag und hat die Kampagne #Kölsche17 ins Leben gerufen – in zahlreichen Cafés, Kneipen und Restaurants der Stadt liegen 17 Bierdeckel mit den für die Domstadt angepassten nachhaltigen Entwicklungszielen aus.
www.koelnglobalnachhaltig.de

Fairtrade-Town Marbach

Die Fairtrade-Town Marbach feierte Ihre Auszeichnung mit Papphockern zur Kampagne – auf 17 Würfeln hat TransFair nicht nur das Motto der Jubiläumskampagne, Wir sind fairrückt, sondern auch alle Nachhaltigkeitsziele drucken lassen.

Fairtrade-Town Siegen

Öffentliche Beschaffung ist der direkteste und wirksamste Hebel zur Umsetzung der SDGs auf kommunaler Ebene. Zahlreiche Fairtrade-Towns integrieren ökosoziale Kriterien in ihre Vergabeprozesse. Im nordrheinwestfälischen Siegen wurden hundert Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter der Grünflächenabteilung mit Berufsbekleidung aus Fairtrade-Baumwolle ausgestattet. Damit trägt die Stadt unter anderem zur Umsetzung von SDG 11 (Nachhaltige Städte und Gemeinden) und SDG 12 (Nachhaltige/r Konsum und Produktion) bei.
www.fairtrade-towns.de/beschaffung

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